Zu Besuch bei den gigantischen Lederschildkröten in Südafrika

Ein einzigartiges Schauspiel spielt sich jedes Jahr an den Küsten des iSimangaliso Wetland Parks ab. Von November bis Februar kommen die Lederschildkröten in Südafrika aus dem Wasser, um am weißen Strand hunderte von Eiern zu legen. Nach etwa 70 Tagen im warmen Sandnest, schlüpfen die niedlichen Jungtiere der größten Schildkröte der Welt und begeben sich auf den gefährlichen Weg zurück ins Wasser.

© Scott Ramsay

Urlauber können diese einzigartigen Nest-Ritualen der Lederschildkröten in Südafrika live bestaunen. Nach dem Abendessen, bei Dunkelheit, geht es mit erfahrenen Guides und ausgerüstet mit Taschenlampen auf die Strandwanderung. Behäbig kämpfen sich die bis zu zwei Meter langen Reptilien aus der Brandung, denn ihr Körperbau ist eher für den Ozean gemacht. Schildkröten schwimmen unerbittlich, fast ununterbrochen, den ganzen Tag, mit ihrer hydrodynamischen Körperform. In wenigen Monaten können sie mehrere tausend Kilometer über die offenen Ozeane zurücklegen. Sie können den Atem bis zu einer Stunde anhalten, in mehr als 1000 Meter Tiefe unter dem Meer (wo es stockdunkel ist) tauchen, riesige Quallen jagen, um sie zu verschlingen. Dies ist tiefer, als jede andere große Kreatur tauchen kann, abgesehen von Pottwalen und Schnabelwalen.

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Und unsere Dame am Strand hat eine exzellente Orientierung. Während männliche Lederrücken nie das Wasser verlassen, schwimmen Weibchen um die Welt, um an einen Strand zurückkehren, der sich in der Nähe des Ortes befindet, an dem sie Jahrzehnte zuvor geschlüpft sind. Sie sind hervorragende Navigatoren mit erstklassigen Erinnerungen. Und sie scheinen eine echte Vorliebe für die 220 Kilometer geschützten Strände von iSimangaliso an der Nordostküste Südafrikas zu haben. Jedes Jahr im November und Dezember tauchen etwa 70 von ihnen auf, um ihre Eier in den Sand zu legen und dann ans Meer zurückzukehren. Von der kleinen Gruppe, die ihr kleines Ritual bewundert, lässt sich die Schildkröte nicht stören.

Im Januar und Februar tauchen Hunderte von Jungtieren auf und machen sich auf den Weg zum Meer. Während sie zum ersten Mal den Strand von ihren Nestern zum Meer hinunterkrabbeln, sind sie eine leichte Beute für Honigdachse, Kelpmöwen und Raubvögeln wie Fischadler. Wenn sie das Meer erreichen, müssen sie mit den üblichen Verdächtigen wie Raubfischen und Haien fertig werden. Es wird geschätzt, dass nur etwa vier von 1000 Jungtieren das Erwachsenalter erreichen. 

Ihr größter Feind ist der Mensch. Nicht weil er sie jagt, sondern Stück für Stück ihren Lebensraum zerstört. Nicht selten hält die Schildköte schwimmendes Plastik für die begehrte Quallen. Wenn sie das Plastik verschlingt, erstickt das Tier an der trügerischen Beute.  

Außerdem werden ihre Brutstätten, die Strände von Baumaßnahmen und Wassersport zerstört und nicht zuletzt trägt die Klimaerwärmung dazu bei, dass in Zukunft zu wenig Männchen geboren werden. So sollte auch die bedrohte Lederschildkröte, der iSimangaliso Wetland Park von einem Bergbauvorhaben für den Abbau von dem begehrten Ilmenit, dem Mineral, dass zu Titan verarbeitete wird, zerstört werden. Genau dieser wertvolle schwarze Sand, der die Wärme leitet, ist er für das Überleben der Schildkröten von entscheidender Bedeutung.

Die Schildkröten haben keine Geschlechtschromosomen, das Geschlecht wird von der Temperatur des Sandes ihres Nestes bestimmt. Bei Temperaturen über 29 Grad Celsius wird es ein Weibchen, und wenn die Temperatur darunter liegt, ein Männchen. Ohne die Wärme des Ilmenits wären die meisten Jungtiere männlich und würden die Art praktisch zum Aussterben bringen. Glücklicherweise gab es einen öffentlichen Aufschrei gegen die Vorschläge zum Bergbau, und nach jahrelanger Kampagne von Naturschützern und einflussreichen Persönlichkeiten, wie dem ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela, wurde das iSimangaliso Naturreservat zum Weltkulturerbe ernannt und der Abbau für immer untersagt.

Mit der Klimaerwärmung kommt nun allerdings die nächste Herausforderung. Denn nach den neusten Vorhersagen der Forscher und Artenschützer, könnten im Jahre 2100, 93% der Schildkrötenart weiblich sein, was wiederum das Überleben der Art bedroht.  

Zumindest können die Schildköten an den Küsten des iSimangaliso Wetland Parks ihre Eier in Ruhe legen, in dem Wissen, dass sie nicht gestört werden. Außer von den staunenden Blicken von ein paar Urlaubern auf Schildkrötentour. 

Die beste Zeit des Jahres, um die Schildkröten zu sehen, ist im Sommer, zwischen November und März, wenn die erwachsenen Weibchen ihre Eier legen. Zwischen Januar und März schlüpft der Nachwuchs. Sie können die Strände nur nachts mit einem zugelassenen Reiseleiter erreichen und dürfen sich einer Schildkröte ohne den erfahrenen Begleiter nicht nähern – das ist einer der Gründe, warum iSimangaliso weltweit als erstklassiger Nistplatz unter den gigantischen Wasserschildkröten gilt.

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