In Wanderschuhen auf Safari in Afrika – Marie Siering war kürzlich mit uns in der Wildnis und berichtet fesselnd von ihren Erlebnissen

Intensive Naturerlebnisse in der afrikanischen Wildnis verspricht Elela Africa mit seinem neuartigen Programm. Ungläubig und staunend lese ich die Beschreibung. Es klingt so spannend, dass ich nach kurzem Zögern für diese 7-tägige Reise einchecke. Schnell wird klar: es ist ein Erlebnis für alle Sinne. Mit 6 anderen Gleichgesinnten führt uns die Tour zunächst für 3 Tage in den äußersten Norden des Kruger National Parks.

Angeführt von den ebenso passionierten wie qualifizierten Rangern streifen wir durch das für seinen Artenreichtum gerühmte Grenzgebiet. Es gehört dem Tribe der Makuleke und nur wenige Touristik-Anbieter haben eine Konzession in dieser Region. Das Camp bietet ausreichend Komfort und ist idealer Ausgangspunkt für unsere zahlreichen Wanderungen und Game Drives.

Schon früh morgens startet unsere Gruppe zu einem ca. 2-3 stündigen Rundgang. Kurz nach Sonnenaufgang ist eine gute Zeit für Tierbeobachtungen. Immer wieder halten wir an, um Spuren zu deuten. Im hohen Gras sind die kurz vorher gesichteten Büffel plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Vorsichtig pirschen wir uns weiter heran. Das Gras bewegt sich. Herzklopfen. Doch es ist nur der Wind. An diesem Tag entscheiden wir uns für die sichere Variante und kehren um.

Das hohe Gras berührt die Haut, die Augen suchen ständig die Umgebung ab und die Ohren versuchen das Summen und Brummen und Gezwitscher zu entschlüsseln.
Nur die Stimme hat Pause. „Walking in silence“ ist oberstes Gebot. Da verstehen die Ranger aus Sicherheitsgründen keinen Spaß. Hoffentlich hören wir die Tiere bevor wir sie sehen. Was zunächst ungewohnt ist, wird schnell zur Routine. Und eine ganz neue Wahrnehmung für die unzähligen Details der Umgebung entsteht. Zeit sich zu spüren. Achtsamkeit zu schulen.

Man ist mit allen Sinnen im hier und jetzt, während man hintereinander in einer Linie und in gemäßigtem Tempo durch wunderschöne Landschaften stapft. Unvergessliche Eindrücke prägen sich ein: Das Schnauben von Hippos, die träge im Luvuvhu River dümpeln. Der mystisch anmutende Fever Tree Forest mit seinen hell-grünen Stämmen, von denen manche an Dinosaurierfüße erinnern. Die schrillen Töne von Geiern, während sie über einem Elefantenkadaver kreisen, der einen unbeschreiblichen Gestank verbreitet. Nein, diesmal keine Anzeichen von Poaching. Unser Guide gibt Entwarnung, nachdem er die Lage sondiert hat. Dieser Elefant wurde nicht seiner wertvollen Hörner beraubt. Eine majestätische Kreatur, die viele edle Eigenschaften teilt mit den Menschen – starke Familieneinheiten, Intelligenz, Langlebigkeit und , ja, ein tolles Erinnerungsvermögen. Ebenso wie Menschen scheinen sie um ihre Toten zu trauern. Dazu besteht seit geraumer Zeit leider allzu häufig Anlass.

Am 4. Tag wechseln wir rüber nach Botswana und erleben eine ganz andere Landschaft. Weite Steppen mit Felsformationen und mächtigen Affenbrotbäumen bestimmen das Bild. Diese Giganten sehen aus, als hätte jemand vor ewigen Zeiten einen Baum falsch herum in die Erde gesteckt. Die Baobab Trees entwickeln eine außergewöhnliche Anziehungskraft. Man möchte ihren Geschichten lauschen. Magische Momente, während wir an den steinharten Baumstamm gelehnt einem dieser unbeschreiblichen Sonnenuntergänge entgegen blicken. Oder hat der Drink, den unser Guide in der Kühlerbox auf den Hügel geschleppt hat, etwa unsere Sinne beeinflusst?

Noell und Denis sind kundige Führer, die ihr Wissen anschaulich vermitteln. Viele Fakten und unterhaltsame Stories lassen keine Langeweile aufkommen. Und in den Ruhepausen sowie nach den schmackhaften Mahlzeiten im Zeltlager erfahren wir interessante Details über das Ökosystem sowie über Schutzprogramme für bedrohte Tierarten. Südafrika mit seinen eingezäunten Reservaten geht dabei andere Wege als Botswana, das sehr stark auf die Einbeziehung der Einheimischen und ihres Wissens setzt.

Nach 7 Tagen ist eines klar: Eine Buschsafari dieser Art eröffnet neue Perspektiven. Es ist eine Begegnung mit kleinen und großen Tieren. Hautnah. Und darüber hinaus auch mit sich selbst. Wer einmal im Freien geschlafen hat, während in der Ferne Hyänen heulen, der wird zumindest einige Ängste überwinden.

Danke an Sandra von Elela Africa für das Arrangement sowie Ermutigungen, mich auf dieses wundervolle Erlebnis einzulassen. P.S.: Es reicht tatsächlich eine mittlere Fitness aus.

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